Geschichte des Jazz


Entstehung des Jazz

Mitte des 19. Jahrhunderts begannen im Süden der Vereinigten Staaten von Amerika schwarze Musiker verschiedener Brass - Bands eine Mischung aus Blues und kreolischen Songs zu spielen, die heute als Vorstufe des Jazz betrachtet wird, wenngleich ihr wichtige Kriterien dieser Musik wie die Improvisation und der Swing noch fehlten.


Ragtime

Um 1890 wurde der Ragtime populär, eine auf dem Klavier gespielte Musik, bei der die rechte Hand den Rhythmus, und die linke eine zumeist synkopisch angelegte Melodie spielte. Der bekannteste Vertreter dieses, dem Jazz schon sehr nahe gekommenen, jedoch noch immer ausnotierten Stils war Scott Joplin.


Oldtime Jazz

Anfang des 20. Jahrhunderts entstand in New Orleans der Oldtime Jazz. Musiker wie Jelly Roll Morton und Nick LaRocca, der 1917 die erste Jazz - Platte aufgenommen hat, behaupteten, den Jazz in seiner typischen Form erfunden zu haben, was aufgrund der Vielzahl aktiver Jazzmusiker dieser Zeit bezweifelt werden kann. Ab 1915 begann sich der Jazz auch außerhalb von New Orleans in den großen Metropolen der USA zu etablieren.


Swing

Die populärste Zeit des Jazz waren die Jahre von 1928 bis 1943, die sogenannte Swing - Ära. Die Orchester von Duke Ellington, Benny Goodman oder Glenn Miller kreierten mit dem Swing einen Sound, der für wahre Begeisterungsstürme sorgte. Auch in Europa begann jetzt der Jazz durch Musiker wie Django Reinhardt bekannt gemacht zu werden.


Modern Jazz

Als der Swing Anfang der Vierziger Jahre als lebendige Musikform zu stagnieren begann, suchten Musiker wie Charlie Parker, Dizzy Gillespie oder Thelonius Monk nach neuen Ausdrucksformen des Jazz, die die Grenzen der Unterhaltungs - und Tanzmusik überwinden sollten. Als Resultat entstand der Modern Jazz oder Bebop, der vor allem die Virtouosität der Instrumentalisten beim Solospiel in den Vordergrund stellte. Eine weitere Form dieser Musizierpraxis ist der Mitte der Fünfziger Jahre durch Miles Davis bekannt gewordene Hardbop.


Free Jazz

Ab 1960 entstand der Free Jazz. Musiker wie John Coltrane, Eric Dolphy überwanden die Jazzharmonik beim Solospiel und gelangten so zu einer neuartigen Melodik, die aber nie so populär wie der Swing oder der Bebop wurde.


Fusion

In Folge des immer größeren Erfolges der Rockmusik beim Publikum kam es Anfang der Siebziger Jahre zu einer Vereinigung beider Musikstile, dem Fusion - Jazz, dessen herausragendster Vertreter noch einmal Miles Davis gewesen ist.


Jazz heute

Seit 1980 existiert keine Hauptströmung des Jazz mehr. Bis heute hat sich eine Vielzahl an Stilen entwickelt. Ob Nu - Jazz, Ethno - Jazz, Avantgarde - Jazz oder Jazz - Rap, die Ausdrucksmöglichkeiten des Jazz sind unerschöpflich.