Jazz
Nicht erst seit Louis Armstrong den Jazz zu uns über den großen Teich nach Europa gebracht hat, ist die in den Südstatten der USA entstandene Musikrichtung in aller Munde. Bereits um 1900 wurde sie erfunden und wird seither als Gegenstück zur klassischen Musik aus Europa verstanden.
Beim Jazz unterscheidet man zwischen 10 zentralen Stilen, die die unterschiedlichen Epochen dieser Musikrichtung maßgeblich geprägt haben.
Der erste dieser Stilarten ist der New Orleans Stil, der ab 1900 gespielt wurde und seinen Namen dem Entstehungsort des Jazz verdankt. New Orleans, von wo aus sich der Jazz Richtung Chicago Illinois und bis nach New York ausbreitete, gilt weitläufig gesehen als Geburtsort dieses Musikgeneres. Ab 1910 setzte sich der Dixieland Jazz immer mehr durch. Es war der Jazz der weißen Bands, der sich gegen die musikalische Spielart der afroamerikanischen Bands durchsetzten konnte. Grund für diesen Unterschied waren zur damaligen Zeit die Rassentrennungen in den USA, die auch vor Musikbands keinen Halt machte.
Weiterhin sehr bekannt ist der Chicago Jazz, welcher erstmals das Saxophon als tragendes Instrument in der Musik hatte. Er erstand bei den Nachahmern des New Orleans Jazz und des Dixieland Jazz und bildet eine Mischung aus beiden. Mit dem Swing, der Mitte der 20er Jahre immer mehr an Bedeutung erlangte, wurde die wohl erfolgreichste Stilrichtung der Jazzgeschichte erfunden. Er hat seine Entstehung der Weltwirtschaftskrise zu verdanken, die die Bands mehr oder weniger dazu zwang, sich zu großen Bigbands zusammen zu schließen.
Der Bebop bildete die Grundlage für den Modern Jazz. Hier wurde erstmals dem Schlagzeug und dem Bass mehr Bedeutung eingeräumt. Eine schnelle Tonfolge und komplexere Harmonien sind weitere Merkmale des Bebops. Aber auch dieser Stil hielt sich nur wenige Jahre. Bereits wenig später schloss sich nahtlos der Latin Jazz an. Hierbei handelte es sich um eine Art des Modern Jazz, welche auf lateinamerikanischer Musik aufgebaut wurde.
Ende der 40er Jahre fand dann der Cool Jazz immer mehr Gehör. Hier wurde eine introvertierte Grundhaltung zur Musik zu Grunde gelegt. Langsame Geschwindigkeiten und schön weitgeschwungene Melodiebögen sind die Hauptmerkmale dieser Stilrichtung. Besonderen Wert wurde beim Cool Jazz auf den Unterhaltungswert gelegt. Mitte der 50er Jahre wurde dann auch der Bebop weiterentwickelt. Aus ihm ging der Hard Bop hervor, der rhythmischer und unterhaltsamer war.
Die zwei letzten Jazzstile, welche auch mit dem jüngsten Entstehungsdatum verbunden sind, ist der Free Jazz und die Jazz Fusion. Während bei Free Jazz noch frei improvisiert wurde, wurden bei der Jazz Fusion der Jazz mit anderen wichtigen Stilrichtungen kombiniert. Dies kann der Soul, Rhythm & Blues oder gar der Rock sein.
Doch egal welcher Stil nun bevorzugt wird: Der Jazz lebt eindeutig von den dabei verwendeten Instrumenten. Und das sind das Piano, die Trompete, das Saxophon, der Kontrabass, die Klarinette und das Schlagzeug.